Jubiläumskonzert mit Freudenschall

Freudenschall, auf Englisch Joysonic, ist Name und auch Programm des Pop, Rock und Jazz Chors des Gesangvereins Concordia. Seit 15 Jahren sind die Sängerinnen und Sänger mit der Chorleiterin Marion Keller eine feste Größe in der musikalischen Freizeitgestaltung Großostheims und gern gesehener Gast bei anderen Chören der Region. Eine bunte Mischung aus Popsongs wie „Ebony and Ivory“, Rock Klassikern wie „Sweet Child of Mine“ oder Spirituals wie „Down to the River to Pray“ macht allen Beteiligten Spaß an der Musik und dem gemeinsamen Gestalten. Von Beginn an sind Sängerinnen und Sänger von Joysonic in der Vereinsführung des Gesangvereins engagiert und stellen zurzeit mit Kristina Maier die erste Vorsitzende. Ebenfalls von Anfang an dabei ist die Chorleiterin Marion Keller.

Marion Keller

Am 10.9.24 trafen wir uns für ein kleines Interview (Mareike Lindenborn=L und Marion Keller=K).

L: Marion, Joysonic und damit Du als Dirigentin, stecken mitten in den Vorbereitungen für das Jubiläumskonzert. Nebenan tagt das Organisation Team. Danke, dass Du Dir die Zeit nimmst für ein paar Fragen!

K: Danke auch für die Idee!

L: Wie ging das denn damals vor 15 Jahren eigentlich los mit Joysonic?

K: Der Dieter Frohmader war Schuld! Er hat ja bei OroPax fleißig mitgesungen und war damals mit Birgit Rollmann im Vorstand der Concordia. Es gab die Idee einen jungen Chor zu machen und Dieter hat gesagt: Die Marion, die macht das! Dann saßen wir bei Hilde und Dieter am Esstisch mit Birgit und haben halt so überlegt. Ich hatte Bedenken wegen der räumlichen Nähe zu Ringheim mit OroPax. Darum war schnell klar, dass wir uns vom Repertoire her unterscheiden müssen. Ich hab dann vorgeschlagen, man nimmt noch den Johannes [Kraiß] am Keyboard mit dazu. Dann unterscheidet es sich von OroPax auch von der Begleitung und vom „Kuck“ her, OroPax ist ja schon immer mit Gitarre begleitet.

L: Woher kanntest Du Johannes?

K: Johannes? Er war einfach irgendwann mal bei OroPax für ein paar Proben mit zwei Mädels, glaub ich. Ich hab erst gedacht, der Johannes ist ein Spion! Aber er ist so ein unkomplizierter Typ, setzt sich einfach ans Klavier und macht. Ich glaub, er hatte damals schon die Schola in Pflaumheim. Das war auch für mich noch mal eine neue Erfahrung die Chorleitung mit jemandem zu teilen. Und mit so jemandem wie Johannes war es einfach eine super Erfahrung, weil es ohne großes Absprechen einfach gelaufen ist, wir sind immer gemeinsam gut angekommen und es hat gepasst. Auch für die Joysonics war das eine tolle Zeit und Erfahrung, wie sich das dann alles gebildet hat. Das ist ja was Besonderes, wenn ein Chor entsteht.

L: Die Leute mussten sich ja auch erst einmal untereinander und ihre eigene Stimme kennenlernen. Es waren ja auch viele, die vorher noch nie im Chor gesungen haben.

K: Ja genau.

L: Woher ziehst Du Ideen für neue Lieder? Ist es was Du woanders gehört hast und denkst, in die Richtung könnten wir auch mal gehen oder der eigene Plattenschrank, in den man mal wieder gefallen ist?

K: Manchmal entdecke ich auf Youtube ein Lied, das ich gerne machen möchte. Früher hab ich dann auch öfter selber die Chorsätze geschrieben, aber man wird ja auch älter… Wenn ich einen Arrangeur gerne mag, wie Oliver Gies, dann schau ich gezielt bei ihm. Das sind so tolle Arrangements, die würd ich nie hinbekommen. Manchmal sind es auch Lieblingslieder, die ploppen so auf und da fällt mir auch direkt was ein und ich schreib es nur noch auf und es ist gut. Oder wenn ich was gehört hab, zum Beispiel wenn wir wo zu Gast waren, dann such ich bei den entsprechenden Portalen nach den Noten. Aber da muss man aufpassen, wenn die Chöre räumlich nicht so weit weg sind, wie zum Beispiel Chorios in Schaafheim. Nicht dass man dann auf einer Veranstaltung dasselbe Lied präsentiert.

Nachdem Johannes nach 10 Jahren aufgehört hat, musste ich auch wieder umplanen, da gingen die ganzen Lieder mit Klavierbegleitung nicht mehr so ohne weiteres, weil ich nur noch die Gitarre zur Verfügung hatte. Deshalb ist es auch so schön, dass der Peter [Reuter] vor kurzem dazu gekommen ist mit seiner Erfahrung. Er ist ganz anders als Johannes, aber es fügt sich trotzdem gut und menschlich harmoniert es super.

L: Jetzt hast du eben schon gesagt, Du wirst älter und du setzt nicht mehr so oft Lieder, aber das liegt ja vielleicht auch an den anderen Dingen, die Du noch so machst. Du bist Erzieherin und machst noch Dein Webdesign, das braucht ja auch alles Zeit.

K: Webdesign ist nur noch für Bestandskunden. Durch Corona bin ich ja erst wieder in meinen alten Beruf als Erzieherin mit etwa Halbtagstelle eingestiegen. Ich hab halt gesehen, was die Krise mit Künstlern gemacht hat und wenn du dann auf einen Beruf zurückgreifen kannst als sicheren Hafen, wenn es draußen so stürmt, das war schon gut. Ich will jetzt nicht sagen, dass der Kindergarten Schuld ist, wenn ich anderes zurückschraube. Aber letztes Jahr im Sommer hatte ich ganz stark das Gefühl, ich muss irgendwas ändern. Die Abende waren immer weg. Vielleicht ist doch auch Corona mit Schuld, da hab ich plötzlich alle Abende gehabt, vorher war ich seit etwa 25 Jahren mit bis zu fünf Chören ja jeden Abend weg und am Wochenende Auftritt, Workshop oder Probenwochenende. Ich hab es dann auch an den Gelenken der Finger gemerkt und daran, dass mental langsam die Grenze erreicht wurde, ab der es eine Belastung wird.

Also hab ich überlegt, was kann ich ändern und festgestellt: ich muss einen Chor aufgeben. Das war mit eine der härtesten Entscheidungen, die ich je treffen musste. Ich hab Abende lang Listen gemacht Für und Wider bei jedem Chor. Irgendwann hab ich gemerkt: Marion, es gibt keine schöne Lösung. Es wird auf jeden Fall frustig. Und dann hab ich den Chor aufgegeben, den ich am kürzesten hab und das ist Joysonic mit 15 Jahren.

L: Ja, wir waren da als Vorstandschaft auch überrascht. Aber mal im Blick nach vorn: Beim Konzert wirst Du ja wahrscheinlich von den Sängerinnen und Sängern mit irgendwas überrascht werden. So schätze ich sie jedenfalls ein. Wie ist das für Dich, wirst Du den Abend genießen können?

K: (lacht) Ich werde auf jeden Fall heulen, wir werden alle heulen. Aber das ist genau der Punkt. 15 Jahre sind wir zusammen, ich habe Joysonic mit auf die Welt gebracht. Meine anderen Chöre hab ich noch länger und menschlich bin ich mit allen dreien eng verbunden. Aber ich hab halt gemerkt, wenn ich nichts änder, dann steuer ich irgendwann auf ein Burnout zu.

L: Noch mal aufs Konzert bezogen, denkst Du, Du kannst den Abend genießen oder wirst Du ganz angespannt sein mit zwei Auftritten von Joysonic und die ganze besondere Atmosphäre vom letzten gemeinsamen großen Ding?

K: Ich will ja, dass es gut wird! Wenn es drauf ankommt, hab ich alles im Blick und weiß, ich kann mich auf den Chor verlassen. Ich weiß, dass die Lieder top werden, nur am Anfang bin ich immer ein bisschen nervös, wenn sich die Zusagen der Sängerinnen und Sänger so hinziehen, dass man nicht weiß, ob wir singfähig sind. Aber ich kann mich an keinen Auftritt mit Joysonic erinnern, wo irgendwas komplett in die Hose gegangen wäre, von daher kann ich zuversichtlich sein. Was ich nicht so mag, ist, wenn es allzu emotional wird, aber da müssen wird dann gemeinsam durch. Kristina will sich kurz halten, da war ich erleichtert. Aber ansonsten ist es halt ein Abschied, da wird jeder gedrückt. Es soll nur nicht traurig werden, …

L: JOY-sonic eben!

K: Genau. Denn es geht ja weiter! Ich hab erlebt, wie die neue Chorleiterin Jasmin [Friedt] innerhalb kürzester Zeit dem Chor einen neuen Refrain auswendig beigebracht hat. Kristina und ich haben uns ja auch mit ihr im Vorfeld unterhalten und ich hab ein richtig gutes Gefühl. Das macht mich dann auch ruhiger, weil ich weiß: es geht weiter und es geht gut weiter.

L: Ja, das ist wirklich sehr schön. Wir freuen uns alle, dass es so gekommen ist.

Jetzt geht es für Dich zur Probe. Vielen Dank für das Gespräch und Deine Zeit in den letzten 15 Jahren für den Chor und den Verein!

Das große Organisation Team ist mit kreativen Ideen und den notwendigen Tätigkeiten wie Getränke Bestellen beschäftigt, um für den Chor, die scheidende Chorleiterin, die Gastchöre und die Zuhörer ein einzigartiges Erlebnis zu gestalten. Wenn Sie Lust bekommen haben am 19.10.24 ab 19 Uhr mit den Sängerinnen und Sängern von Joysonic, den Gästen SingArt aus Wiesen, Chorios aus Schaafheim und Crescendo aus Mainflingen den Geburtstag zu feiern, melden Sie sich per Mail unter joysonic@gmx.net für eine Karte oder kommen Sie zwischen 19 und 20 Uhr an den Oktoberdienstagen vor dem Konzert ins Sängerheim im Alten Rathaus Großostheim. Im Anschluss an das Konzert gibt es Musik von der Band Valentine Singers. Wer nicht tanzen möchte, findet sicher ein gutes Gespräch mit vielen gut gelaunten Menschen an der Bar oder im Saal einer schön dekorierten Bachgauhalle.

Wenn Sie Lust bekommen haben auf Chorgesang, sich selber einmal versuchen möchten, ab Januar startet Joysonic mit der erfahrenen Chorleiterin Jasmin Friedt aus Haibach in neue Projekte. Der perfekte Moment, ein neues Hobby zu beginnen! Für Termine einfach im Bachgauboten die Vereinsnachrichten lesen oder Chormitglieder ansprechen. Wir freuen uns auf neue Gesichter in allen Männer- und Frauenstimmlagen.

 

Kartenvorverkauf unter joysonic@gmx.net

Vorverkauf 12 €, Abendkasse 14 €

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar