Der junge Chor des Gesangvereins Concordia aus Großostheim feierte am Samstag Abend seinen 5jährigen Geburtstag. Unter dem Motto: „You´re the voice“ – was wörtlich übersetzt „Du bist die Stimme“ bedeutet, hatten die Sängerinnen und Sänger der Chorgemeinschaft ein „etwas anderes Chorkonzert“ organisiert. Die fast 70 Aktiven haben es sich auf die Fahnen geschrieben, mit viel Lust und Spaß das Publikum mitzureißen und modernen Chorgesang auf einer Ebene mit modernen Rock – oder Popkonzerten populär zu machen.
Und so konnten die 5jährigen Jubilare die Ehrengäste Herbert Jakob in seinem Amt als erster Bürgermeister, Pfarrerin Dürr, Pfarrer Nimbler und Pfarrer Wollbeck, sowie Birgit Rollmann als Vorsitzende des Gesangvereins Concordia e.v. in der restlos ausverkauften Bachgauhalle Großostheim begrüßen.
„Du bist die Stimme“, oder „Jede Stimme zählt“, das hat für einen Chor eine ganz besondere Bedeutung, so auch die einführenden Worte von Vorstandsmitglied und Joysonic-Bass Dieter Frohmader, der gemeinsam mit Tenor Jürgen Dippert durch den Abend führte.Dieter Frohmader erzählte humorvoll die Geschichte der ersten Chorprobe, als nach dem Aufruf des Gesangvereines Concordia sich nur 3 interessierte Sängerinnen im Proberaum im alten Rathaus einfanden. Wie groß waren Gelächter und Erleichterung, dass vor dem Gebäude noch ca. 30 neugierige „Erstsänger/innen“ vor verschlossener Tür warteten. Bis zum heutigen Zeitpunkt ist der Chor auf 70 aktive Sängerinnen und Sänger angewachsen.
Jürgen Dippert begrüßte als ersten Gast des Abends den Chor „Chorios“ aus der Nachbargemeinde Schaafheim. Ihre „gesungenen Geschenke“, wie Jürgen Dippert es formulierte, waren „Payphone“ von Maroon 5, „Some nights“ von Fun, „Someone like you“ von Adele und der Klassiker „Jump“ von Van Halen. Spätestens bei „Some nights“ war das Stillsitzen im Saal unmöglich und die Zuhörer klatschen begeistert mit. Aber auch alle anderen mehrstimmig und harmonisch präzise dargebotenen Stücke zogen das Publikum in ihren Bann. Chorleiterin Christina Krapp mit ihrem knapp 30 Frau/Mann-starken Chor stimmten auf hohem Niveau auf einen modernen musikalischen Abend ein.
Die zweiten Gäste, der Chor“ Songshine“ aus Pflaumheim, brachten gemäß ihrer musischen Ausrichtung den Flair des Musicals in die Bachgauhalle. Die an diesem Abend mit rund 20 Darstellern angetretene Formation unter Chor – und Choreographischer Leitung Patrick Lagerpusch brachten eine Auswahl an Stücken aus dem Musical „Udo Jürgens“ mit. Los ging es mit einer textlich umarrangierten, aber zum Motto passenden Nummer. Aus der Melodie von „1000 mal berührt“ von Heinz-Rudolf Kunze wurde: „wir wollten uns nur den Abend vertreiben und nicht grad allein sein, drum kamt ihr hier an…“ , der Refrain wurde dann zu „…wir wissen genau, dass ihr auch singen könnt..“ – eine gelungene Aufforderung an die 500 Zuschauer, die mit einer passgenauen Choreographie untermauert wurde. Auch alle weiteren Songs wurden gekonnt von packenden Tanzeinlagen begleitet, bei dem bekannten Titel „Wir haben alles im Griff auf dem sinkenden Schiff“ wurde das Publikum sogar in die ausgfeilte Choreografie aktiv mit eingebunden, was allen sichtlich gefiel.
Nach der Pause empfing das Publikum den Geburtstags-Chor Joysonic spontan mit einem gesungenen „Happy Birthday“. Danach gratulierte Birgit Rollmann, die Vorsitzende der Concordia Großostheim. Sie lobte die Leistungen des jungen Chores, und überreichte eine Geburtstagstorte – natürlich mit 5 brennenden Kerzen – was die bereits formierten Sängerinnen und Sänger mit kräftigem Applaus würdigten.
Joysonic selbst hatte ein bunt gemischtes Programm vorbereitet, welches gleich sechs Uraufführungen beinhaltete: als ersten Titel hörte das Publikum „It´s raining Men“ von den Weather Girls – Jürgen Dippert merkte hierzu an, dass Joysonic diesen Titel quasi als Marketinginstrument nutze, denn dem Chor würde es noch an männlicher Unterstützung im Bass und Tenor mangeln. Die Chorleiterin Marion Keller schmetterte hier einen Solopart, der definitiv Männer locken könnte. Weiter ging es im Programm mit einer Swing-Nummer „Somewhere beyond the See“ oder manchen besser bekannt als „La Mer“ von Charles Trenet, gefolgt von einem Spiritual „Down to he river to pray“. Das rhythmisch und dynamisch anspruchsvolle Lied wurde glänzend gemeistert und von den drei Solistinnen Tine Stegmann, Kristina Maier und Steffi Frohmader glänzend in Szene gesetzt. Nach etwas leiseren Tönen ging es weiter im Programm mit einem Lied aus der Soul-Fraktion „Soulman“ von Ben L´oncle Sam, einem französischen Künstler. Und bestimmt überraschend für das Publikum präsentierte Joysonic ihren Soulman Dennis Quinn, der stimmgewaltig und soul-like als Solist auftrat. Spätestens jetzt konnte sich das Publikum nicht mehr halten und es kam zu spontanen Klatsch- und Tanzeinlagen in den beengten Gängen zwischen den Sitzreihen. Nach diesem eher unbekannten Titel folgte nun der aus Funk- und Fernseh durchaus bekannte Titel „Happy“ von Pharell Williams. Man konnte den Sängerinnen und Sängern anmerken, dass der Titel hier Programm war – die fröhlichen Gesichter und das engagierte Klatschen der Chorsänger begeisterten die Zuhörer.
Der definitive Höhepunkt des Abends war die nun folgende Nummer „Bohemian Rhapsody“ von Freddy Mercury. Marion Keller schaute fast ein wenig ehrfurchtsvoll auf die lange Trainingszeit von 4 Jahren für dieses Stück zurück, welches auf dem ersten Chorwochenende als ausgewiesenes Langzeitprojekt begonnen wurde. Nach dem 6minütigen (!!!) Meisterstück von Queen herrschte für einige Millisekunden ehrfürchtige Stille im Saal. Dann brach ein unglaublicher, kaum enden wollender Begeisterungssturm mit „Standing Ovations“ los. Joysonic war sichtlich ergriffen… und erleichtert.
Das Ende des Konzertteiles bildete das Lied „You’re the voice“ von John Farnham, zu dem sich alle Sängerinnen und Sänger des Abends auf der Bühne versammelten. Der so entstandene Mass-Choir von über 100 Personen legte eine Begeisterung und Stimmgewalt an den Tag, die die Bachgauhalle erbeben ließ.
Ein Raunen ging durch den Saal, als plötzlich Dudelsackspieler Achim Fuchs in schottischer Tracht die Bühne betrat und gekonnt ein Solo übernahm.
Alle Chöre wurden hervorragend von Johannes Kraiß (Piano), Philipp Kraiß (Drums) und Tobias Zahn (Bass) begleitet.
Das fast 2stündige Chorprogramm wurde nun durch eine rauschende After-Show-Party abgerundet. Die Band „Stuwwerogger“ sorgten für weiterhin ausgelassene Stimmung und für eine, zum Bersten gefüllte Tanzfläche. Ausgelassen wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.
Alles Gute, Joysonic!

Von Sandra Zügner

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